Kanzlei Lamprecht Rechtsanwälte Speyer

Seit dem 01. August 2012 gibt es in Deutschland die Blaue Karte EU, auch Blue Card Germany genannt. Die Blaue Karte EU ist die Umsetzung der Hochqualifizierten-Richtlinie der Europäischen Union (2009/50/EG) und soll künftig die Zuwanderung aus Drittstaaten nach Deutschland erleichtern. Die Umsetzung erfolgte durch die Einführung des § 19a Aufenthaltsgesetz.

Die Blaue Karte EU stellt einen neuen Aufenthaltstitel im deutschen Ausländerrecht dar. Sie ist nunmehr der einzige Aufenthaltstitel für Akademiker und enthält eine Gehaltsgrenze. Die Mindestverdienstgrenze für Hochqualifizierte wurde durch diese Änderung auf Euro 44.800 (Bruttojahresentgelt) für das Jahr 2012 festgesetzt. Eine Unterschreitung dieser Grenze ist ausschließlich in den sogenannten Mangelberufen (Naturwissenschaftler, Mathematiker, Ingenieure, Ärzte, IT-Fachkräfte) möglich.

Der Aufenthaltstitel ist befristeter Natur und wird für höchstens vier Jahre erteilt, wobei jeder Inhaber einer solchen Karte grundsätzlich nach drei Jahren (bei guten Deutschkenntnissen –Niveau B1- bereits nach zwei Jahren) eine Niederlassungserlaubnis erlangen kann, sofern er einen Arbeitsvertrag vorweisen kann. Das Familienleben des Zuwanderungswilligen wird durch die Blaue Karte EU ebenfalls begünstigt, da Familienangehörige keinen Nachweis über ihre Deutschkenntnisse erbringen müssen und ohne Wartezeit uneingeschränkt in der Bundesrepublik eine Tätigkeit aufnehmen können.

Die Blaue Karte EU wird nicht nur ausländischen Akademikern ausgehändigt, die bereits einen Arbeitsplatz in Deutschland gefunden haben, sondern auch arbeitslosen, ausländischen Hochschulabsolventen. Diese können nach Deutschland einreisen, um sich im Inland um einen Arbeitsplatz zu bemühen. Voraussetzung zur Erteilung eines solchen -auf sechs Monate befristeten- Aufenthaltstitel ist der Nachweis über die eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts -in der Zeit des Aufenthalts- und über den Abschluss eines Hochschulstudiums.

Weitere Begünstigungen durch die Blaue Karte EU betreffen den ausländischen Studenten in Deutschland. Bisher war es jedem ausländischen Studenten gestattet 90 Tage neben dem Studium erwerbstätig zu sein, nunmehr wurde diese Begrenzung auf 120 Tage erhöht. Daneben wurde die Frist für die Suche nach einem Arbeitsplatz nach Erlangung des Abschluss an einer deutschen Hochschule auf 18 Monate (statt vormals 12 Monate) erhöht, wobei die Absolventen in dieser Zeit uneingeschränkt jeglicher Tätigkeit nachgehen können.

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